Ende

Wenn ich "Ende" unter ein Manuskript schreibe, ist es selten wirklich das Ende. Wahrscheinlich ist es hier genauso.

 

Es ist nicht so, als würde ich es nicht meinen, wenn ich "Ende" schreibe. Aber beim Schreiben von Büchern heißt es bei mir meistens nur, dass die erste Version vollständig ist. Was folgt, sind eine Menge Überarbeitungsschritte, die sich über Monate ziehen können. Deshalb verspüre ich auch keinerlei Wehmut, wenn ich das Wort unter den Text setze. Ich weiß genau, ich muss mich noch gar nicht von meinen Figuren trennen, denn sie werden mir noch ziemlich lange Kopfzerbrechen bereiten, bis ich mit dem Ergebnis wirklich zufrieden bin.

 

Ich schreibe heute "Ende" unter meinen Blog.

Warum?

Weil das Abenteuer der Veröffentlichung meiner ersten Buchserie für mich beendet ist. Es gibt dazu nicht mehr zu sagen. Es war ein Auf und Ab, Hin und Her. Es war eine interessante Erfahrung. Es war keine Erfahrung, die ich in nächster Zeit wiederholen möchte.

 

Die "Leben, Lieben, Rock'n'Roll"-Serie trotz aller Probleme mit Band 1 komplett auf den Markt zu bringen, war mir ein Herzensanliegen. Vor einem Dreivierteljahr hatte ich auch noch Pläne, sie zu erweitern – um die eine oder andere Kurzgeschichte oder sogar noch einen 4. Band.

Aber, nein, es passt nicht. Ich werde den 4. Band nicht schreiben und auch nicht die weiteren Kurzgeschichten, für die ich vage Pläne hatte. Es passt aus vielen Gründen nicht. Einer davon ist, dass ich jetzt – fast ein Jahr nach der Veröffentlichung von "Zimtschneckenjahre" – um sehr viel Erfahrung reicher bin und sehe, wie es mit dem 1. Band laufen hätten müssen, um die Serie als Ganzes erfolgreich auf den Markt zu bringen. Vieles davon war mir schon länger bewusst, manches habe ich in den letzten Wochen gelernt. Das Fazit ist und bleibt: Dieses Buch, mit diesem Titel und diesem Cover bei diesem Verlag – nichts davon passt zusammen und es konnte einfach nie das dabei herauskommen, was ich mir erhofft hatte.

 

Ich will hier aber nicht jammern, ich will eigentlich nur erklären, warum ich das mache, warum die Autorin Pia Christina Prenner keine weiteren Bücher veröffentlichen wird.

Ich sage auch nicht, dass ich mit dem Schreiben aufhöre. Wer weiß, vielleicht habe ich irgendwann sogar Lust, über ein Schreibprojekt hier im Blog zu berichten.

Fürs Erste wird es hier aber still werden. Das liegt auch daran, dass mir meine eigentliche Arbeit – das Programmieren – aktuell riesengroßen Spaß macht. In den letzten Wochen durfte ich wunderschöne Projekte umsetzen und das nächste steht schon in den Startlöchern. Darüber und darauf freue ich mich wahnsinnig und es fühlt sich für mich einfach richtig an, dass meine Energie hauptsächlich in diesen Bereich meiner Arbeit fließt.

Denn:

 

Für alles im Leben gibt es eine Zeit.