Es läuft

Und damit meine ich jetzt nicht den Lieblingsspruch eines meiner Söhne: "Es läuft. Rückwärts und bergab, aber läuft."

Nein, es läuft seit Jahresbeginn gemächlich dahin. Und das ist gut. (Reimt sich ja sogar irgendwie und dann muss es ja gut sein, das wusste schon Pumuckl.)

 

Ich muss es noch einmal sagen: Ich liebe das Ritual zum Jahreswechsel, von dem ich im letzten Beitrag geschrieben habe. Keine Ahnung, warum, aber für mich funktioniert es. All die Lasten in Bezug auf mein Autorendasein, die ich in den letzten Monaten mit mir herumgetragen habe, sind weg, die Leichtigkeit beim Schreiben ist zurück.

 

Begonnen hat es mit einer "Auftragsarbeit", einer Kurzgeschichte, die zu Marketingzwecken eingesetzt werden soll. Mehr davon erzähle ich euch, wenn es so weit ist. Die Idee finde ich jedenfalls sehr schön und ich freue mich, dass ich dabei sein darf.

Nach der Ausschreibung habe ich zwei Wochen gegrübelt und versuchsweise schon einmal zu schreiben begonnen. Das ist so ausgeartet, dass ich die geforderte Länge in kürzester Zeit überschritten hatte und mir etwas anderes überlegen musste, das den Rahmen nicht sprengt. Allerdings bin ich so verliebt in die Idee, dass ich beschlossen habe, sie ebenfalls weiter zu verfolgen. Ich plane es im Hinterkopf als Selfpublishing, aber es wird definitiv ein Langzeitprojekt, weil es sich in mehrere Teile aufteilen wird. Mit dem Ersten bin ich allerdings in kurzer Zeit schon sehr weit gekommen und das freut mich, auch wenn es jetzt erst einmal ruhen muss.

Vorrang hatte nämlich natürlich die eigentliche Aufgabenstellung. Im zweiten Versuch floss eine Geschichte in der richtigen Länge einfach so aus mir heraus. Feedback der Testleser durchwegs positiv. Yeah, geschafft.

 

Weiter im Flow, denn durch die Aufgabenstellung war ich voll in meinem Lieblingsthema drin: den Geschichten rund um die Band von Ben aus "Zimtschneckenjahre". Band 2 habe ich noch einmal völlig überarbeitet und werde ihn in jedem Fall in diesem Jahr auf den Markt bringen. Noch ist nicht fix wie, aber ich bin wild dazu entschlossen, denn ich will unbedingt eine Serie daraus machen.

 

Dann habe ich Band 3 zur Hand genommen, der mir damals beim Schreiben eine Menge Kopfzerbrechen bereitet hat, weil ich ungefähr 5 Versionen (teilweise komplett neu geschrieben) gebraucht habe, bis er stimmig war und alles vereint hatte, was ich drin haben wollte, dabei aber eine Linie beibehalten hat, ohne für den Leser zu verwirrend zu werden. Ich habe ihn nach Monaten zum ersten Mal wieder gelesen und war unterm Strich sehr zufrieden damit. Tatsächlich wüsste ich nicht, was ich daran groß ändern sollte. Eventuell suche ich dafür demnächst Testleser.

 

Da es an diesem Manuskript wenig zu arbeiten gab, bin ich gleich zum nächsten übergegangen, das erst halb fertig ist. Es ist ein Beitrag für einen Wettbewerb, den ich eigentlich nur bei Interesse des Verlags weiterschreiben wollte. Aber gerade ist meine Motivation so hoch, dass ich mich einfach hingesetzt und ein paar neue Kapitel geschrieben habe.

 

Und wisst ihr was?

Genau das ist das Beste an meiner aktuellen Situation. Ich schreibe wieder völlig ohne Ziel, einfach weil ich es liebe und weil die Geschichten aus mir heraus wollen. Das macht so viel mehr Spaß, als wenn man ständig die Frage im Hinterkopf hat, ob der Verlag überhaupt Interesse an dem Manuskript hat. Im letzten Jahr habe ich mir selber solchen Druck gemacht, weil ich mir dachte, nach dem ersten Verlagsvertrag muss ich unbedingt auch alle weiteren Bücher bei einem Verlag unterbringen.

 

Aber wieso eigentlich?

Was spricht gegen Selfpublishing?

 

Letztes Jahr um die Zeit war das doch noch der Weg, den ich mir ausgesucht hatte, den ich mit vollem Elan gehen wollte. Das Wissen, das ich mir angeeignet habe, ist doch nicht verloren gegangen. Wenn überhaupt, habe ich in den letzten Monaten noch sehr viel über die Branche dazugelernt. Zum Beispiel weiß ich jetzt, dass ein professionelles Lektorat Gold wert ist, denn manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr. Das bedeutet natürlich, dass ich eine Stange Geld in die Hand nehmen muss, um die Folgebände zu "Zimtschneckenjahre" zu veröffentlichen. Aber ich weiß auch, dass es das wert ist.

 

Unterm Strich ist aber das Wichtigste, dass das Schreiben wieder riesengroßen Spaß macht. Und deshalb nutze ich auch gleich die Zeit und setze mich an meine Wintergeschichte, so lange das Wetter draußen so gut dazupasst.

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Pia Christina Prenner – schreiben@piachristinaprenner.at