Schreibblockade

Was genau verstehst du unter einer Schreibblockade?

Wenn man sich an den Computer setzt und stundenlang den Bildschirm anstarrt, ohne ein Wort zu tippen?

Wenn es zäh läuft, die Geschichte nicht in Fluss kommt?

Wenn du dich gar nicht erst motivieren kannst, den Laptop aufzuklappen?

 

Und was ist, wenn du einfach nicht willst?

 

Seit ich meine Abende nicht mehr dauernd am Laptop verbringe, weil ich anhaltend unmotiviert bin, sehe ich wieder mehr fern. Also eigentlich streame ich Serien. Unter anderem haben wir begonnen, uns Friends wieder einmal ganz von vorne anzusehen. (Ich habe die Serie auch auf DVD, aber streamen ist irgendwie bequemer, insbesondere, wenn der DVD-Player im Keller im Heimkino steht, der "normale" Fernsehabend aber im Wohnzimmer neben dem Schwedenofen stattfindet, wo es um diese Jahreszeit einfach viel gemütlicher ist.)

Gleich in der ersten Folge sagt Phoebe einen Satz, den ich jetzt nicht mehr loswerde (als Ross sie fragt, ob sie am Abend vorbeikommen und beim Aufbauen der Möbel helfen will): "I wish I could but I don't want to."

Mir geht es mit dem Schreiben derzeit genau so. Irgendwie tue ich so, als ob ich gerne würde, aber eigentlich mag ich einfach nicht.

 

In den letzten zwei Jahren habe ich insgesamt fünf vollständige Romane geschrieben: "Zimtschneckenjahre" plus zwei Fortsetzungen , eine historische Fantasy und noch einen Liebesroman. Das alles liegt in meiner Schublade und ich weiß nicht, was damit passieren wird. Seit Monaten warte ich auf eine konkrete Aussage des Verlags, damit ich eine Entscheidung treffen kann, wie es mit den Manuskripten weitergehen soll. Die historische Fantasy habe ich einer Agentur angeboten, weil ich mir schwer tue, dafür einen passenden Verlag zu finden – die meldet sich auch nicht.

Der Stand ist also: Eines veröffentlicht, vier kreisen endlos in der Warteschleife. Ich kann mich nicht einmal ans Selfpublishing machen, weil die Hoffnung auf eine Verlagsveröffentlichung ja noch lebt, bis ich eine definitive Absage erhalte.

Dasselbe gilt für mein Nanowrimo Projekt, bei dem mir sehr schnell die Luft ausgegangen ist. Ich weiß, wie die Geschichte im Groben weitergehen soll, feile in meinem Kopf an den Charakteren und den Problemen des Plots. Aber bevor ich dieses Manuskript nur für die Schublade schreibe, schreibe ich es nicht. Bis ich das weiß, wird noch einige Zeit vergehen. Projekt 5 in der Warteschleife.

 

Der  Advent ist die Zeit des Wartens, also würde das ja eigentlich ganz gut zusammenpassen. Wenn ich nicht schon völlig zermürbt von den vergangenen Monaten wäre. Auf die erste Entscheidung warte ich schon seit August, das ist ein Drittel des Jahres. Natürlich wünsche ich mir eine Zusage, aber manchmal wäre ich auch über eine Absage schon froh, weil ich dann wenigstens Plan B in die Tat umsetzen könnte.

Selbstverständlich habe ich einen Plan B.

Der bedeutet Arbeit, viel Arbeit. Aber das ist irgendwie besser als herumzusitzen und keine Lust auf das zu haben, was mir eigentlich am meisten Spaß macht. Schreiben eben.

 

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Pia Christina Prenner – schreiben@piachristinaprenner.at