Kleine Freuden

Gibt es von "Freude" überhaupt ein Plural? Eine Freude, zwei Freuden? Egal. Hier geht es nicht um Grammatik, sondern um Selfpublishing. Und darüber, dass ich mich über Kleinigkeiten freuen kann.

 

Vor einer Woche habe ich den Roman "Nenn mich nicht immer Lovely Lou" als eBook (wieder-)veröffentlicht. Und es hat nur ein paar Tage gedauert, bis mir klar war, was ich am Selfpublishing unterm Strich wirklich lieber mag als am Veröffentlichen mit einem Verlag. Achtung, Werbung. Und nein, ich finde nicht alles gut, was Amazon macht. Aber als Selfpublisher die Möglichkeit von Kindle unlimited nutzen zu können, tut meinem Ego total gut.

 

Für diejenigen, die nicht wissen, was das ist: Als Autor hast du die Möglichkeit, dein eBook exklusiv über Amazon zu vertreiben. Dann wird es in einen Katalog von Büchern aufgenommen, die die Nutzer von Prime Reading (kindle unlimited) ohne zusätzliche Kosten lesen können. Jedes Monat wird die Prime-Reading-Kohle nach Anzahl der gelesenen Seiten auf die Autoren aufgeteilt. Reich wird man als Autor davon nicht, aber darum geht es mir auch gar nicht.

 

Wenn du ein Buch veröffentlicht hast, dann willst du, dass es gelesen wird. Also ich zumindest will in erster Linie, dass es gelesen wird. Dass so mancher davon träumt, einen Bestseller zu landen und jede Menge Geld zu verdienen, lassen wir jetzt einmal weg.

Natürlich bekomme ich auch von meinem Verlag Verkaufszahlen. Aber daran stören mich 2 Dinge:

Erstens kommen sie irgendwann verspätet.

Und zweitens sagen sie nichts darüber aus, ob das Buch tatsächlich bei einem Leser gelandet ist, denn es kann sich dabei auch um Bestellungen von Buchhandlungen handeln, die später retourniert werden.

Ich bin also darauf angewiesen, dass mir jemand sagt: "Hey, ich habe dein Buch gelesen. Und übrigens habe ich es dann gleich an meine Tante/Schwester/Mutter/Freundin weitergegeben." Dieses Weitergeben ist zwar schlecht für die Verkaufszahlen, mich freut es trotzdem.

 

Also zurück zum Selfpublishing über Amazon.

Hier sehe ich zum einen die Verkäufe ganz aktuell. Zum anderen wird mir aber auch angezeigt, wie viele Seiten meines Buches jeden Tag via Prime Reading gelesen wurden. Und ganz ehrlich: Jede einzelne Seite macht mich glücklich. Alleine die Vorstellung, dass mir gleich in der Früh 80 gelesene Seiten für den heutigen Tag angezeigt werden, weil jemand das Buch nicht weglegen konnte und bis nach Mitternacht gelesen hat … das erzeugt Schmetterlinge in meinem Bauch. Dasselbe gilt, wenn der Kurzroman "Herz aus dem Takt" auf einmal wieder mehr Zugriffe hatte. Hey, da wollte jemand mehr von mir lesen! Dann darf ich wohl annehmen, dass die eine Geschichte gefallen hat, wenn jemand gleich zur nächsten greift.

 

*seufz*

 

Ach, ich weiß, dass eBooks ein kurzes Leben haben. Vielleicht tümpeln sie schon bald auf irgendwelchen sechsstelligen Verkaufsrängen herum, Tendenz fallend. Aber im Moment läuft es gut und das genieße ich jetzt einmal und freue mich über jede gelesene Seite.

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© Pia Christina Prenner 2020