Langsam regt sich etwas

Ich glaube, ich habe das in der letzten Zeit ein paar Mal erwähnt: Corona hat mein Hirn lahmgelegt. Also insbesondere den Teil, wo meine Geschichten entstehen. Da herrschte in den vergangenen Wochen eine Stille, die ich gar nicht gewohnt bin. Normalerweise redet dort immer irgendwer.

 

Nein, ich bin nicht verrückt oder so, nur weil sich in meinem Kopf – normalerweise – dauernd irgendwelche Leute unterhalten, die dort irgendwie von selbst entstanden sind. So funktioniert es eben. Wenn nicht gerade ein komisches Virus die Welt verändert und die Überforderung die Stumm-Taste aktiviert. Auch in den ungefähr 15 Jahren, in denen ich gar nichts geschrieben habe, hat sich in meinem Gehirn einiges an Geschichten abgespielt. Sie haben mich eine Zeit lang beschäftigt, dann sind die meisten davon wieder erloschen. Bis diese Band so ein Eigenleben entwickelt hat, dass ich beschlossen habe, davon etwas zu Papier zu bringen.

 

Seit Frühlingsbeginn habe ich so gut wie gar nichts geschrieben. Aber das hat sich ganz gut getroffen. Nach dem Frust mit dem Verlag wollte ich ja gar nicht mehr und deshalb war es auch nicht schlimm, dass mein Hirn so blockiert hat. Wäre das nicht alles zusammengekommen, hätte ich wahrscheinlich in den letzten drei Monaten meine erste richtige Schreibkrise durchgemacht. Ich gehöre nämlich eigentlich zu der Sorte Autor, die das nicht wirklich kennt. Irgendwas fällt mir – normalerweise – immer ein, wenn ich mich an den Laptop setze. Manchmal ist es kompletter Schrott und ich lösche es nachher wieder. Aber wenn ich Zeit zu schreiben habe (woran es manchmal scheitert), kann ich auch schreiben.

In der Corona-Isolation hatte ich weder die Zeit, noch die Muse.

 

Jetzt, wo sich langsam wieder ein Alltag einstellt (der mich mitunter aber mehr stresst als der Vor-Corona-Alltag, obwohl wir weniger Termine haben), ergeben sich langsam auch Zeitfenster, in denen genügend Ruhe herrscht, so dass ich – theoretisch – schreiben könnte. Praktisch habe ich mich jetzt zwei Wochen lang vorsichtig an diese Fenster herangetastet, meistens doch irgendwas anderes gemacht, aber langsam … doch … wieder … den Laptop zur Hand genommen.

 

Sonderlich lebhaft geht es in meinem Kopf immer noch nicht zu. Ich habe zwar einen vollständigen Plot, aber die einzelnen Szenen wollen noch nicht zum Leben erwachen. Es ist okay, weil ich derzeit noch keinen Druck habe, die Geschichte schreiben zu müssen. Aber der könnte kommen und davor habe ich ein wenig Angst. Denn dann könnte ich zum ersten Mal wirklich Autorenkrisen am eigenen Leib erleben, die ich bisher nur aus Filmen kenne.

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© Pia Christina Prenner 2020