Willkommen zurück!

Meine Kinder würden auf die Überschrift reflexartig mit einem gesungenen "meine bösen Geister" reagieren. Aber nein, böse Geister sind es ganz und gar nicht, die ich wieder willkommen heiße. Im Gegenteil.

 

Willkommen Motivation! Willkommen Schreiblust! Willkommen Spaß an der Arbeit! Willkommen Energie!

Ach, wie habe ich euch alle in diesen langen Corona-Wochen vermisst!

 

Vorab: Nein, ich glaube nicht, dass wir Covid-19 schon abschreiben können. Die aktuellen Zahlen sprechen in der Hinsicht ja für sich. Aber ich glaube auch, dass wir viel dazugelernt haben. Und selbst wenn ein zweiter Lockdown kommen würde, könnten wir ganz anders mit der Situation umgehen.

 

Für mich gilt jedenfalls fürs Erste: Der Juli hat mich endlich von den Lasten befreit, die dieses Virus auf meine Schultern geladen hat. Ich hatte selbst nach Ende der größten Beschränkungen Probleme, zu einem normalen Leben zurückzukehren. Aber jetzt bin ich dort angekommen. Es ist eine Post-Corona-Isolations-Normalität in der der Mund-Nasen-Schutz ebenso zur Grundausstattung gehört wie Abstand Halten beim Treffen mit alten Freunden. Also begrüßen wir uns mit dem Corona-Check, anstatt uns in die Arme zu fallen, wie wir das gerne tun würden. Aber es ist okay. Die Welt hat sich nun mal massiv verändert in den letzten Monaten und diesen kleinen Beitrag leisten wir gern. Denn für mich ist es viel wichtiger, dass ich mich – für mich ganz persönlich – mit der Situation arrangiert habe. Es hat lange gedauert, aber jetzt ist mein Hirn nachgekommen.

Was das heißt?

Ganz einfach: Ich kann mich wieder zum Arbeiten motivieren. Programmieren macht Spaß. Mit meinen Kunden zu telefonieren ist mir ein Fest (insbesondere, wenn ich so viele Komplimente bekomme wie in den vergangenen zwei Wochen). Ich will wieder schreiben. Noch viel besser: Ich kann wieder schreiben! Und ich bin energiegeladen. Und überhaupt. Es läuft wieder.

 

Abgezeichnet hat sich diese Entwicklung schon vorige Woche, aber da dachte ich noch, es wäre nur auf den Brotjob beschränkt. Da war meine innere Blockade endlich weg, der Widerwille dagegen, mich an den Computer setzen zu müssen. Die Arbeit hat wieder Spaß gemacht und begonnen, mir mehr Energie zu geben, als sie verbraucht hat. Auf dieser Welle bin ich direkt in Richtung Schreiblust gesurft. Sie war plötzlich einfach wieder da.

Eine liebe Kollegin hat mich auf eine Schreibchallenge aufmerksam gemacht, an der ich eigentlich gar nicht teilnehmen wollte, weil ich mich jetzt nicht unbedingt um einen Vertrag bei einem neuen Verlag bemühen will. Ich bin ganz glücklich, da, wo ich jetzt bin. Aber nachdem ich die Ausführung einer der Initiatorinnen gelesen hatte, worum es bei diesen Challenges EIGENTLICH geht, da hat mich doch der Ehrgeiz gepackt.

Natürlich darf das Endziel der Verlagsvertrag sein. Aber in erster Linie soll die Challenge als Übung dienen, quasi auf Zuruf zu einem vorgegebenen Thema in einer vorgegebenen Zeit einen Roman zu schreiben. Und das fand ich spannend. Das finde ich spannend, denn inzwischen bin ich mittendrin in der Leseprobe, in der ich mich selbst ein wenig ausprobiere. Ich schreibe in einem Genre, das ich bisher nur gelesen habe, für eine Altersgruppe, für die ich noch nie geschrieben habe, aus einer Perspektive, die ich noch nie benutzt habe. Und das ist für mich wahnsinnig interessant und motivierend.

 

20.000 Wörter sind als Leseprobe gefragt, dazu ein Exposé und Beschreibungen der Protagonisten. Die zwei letzten Dinge sind normal die mühsameren, aber ich habe sie diesmal schon vorab erledigt – um mich auf den Schreibprozess einzustellen. Immerhin habe ich seit März vielleicht 5000 Wörter oder so getippt. Wenn ich genügend kinderfreie Zeit habe, schaffe ich das an einem Tag. So auch am Montag und daher kann ich nach nur 4 Tagen schon stolz auf mehr auf die Hälfte der Leseprobe blicken.

Das Ganze war irgendwie wie eine Befreiung und ich bin echt glücklich, dass ich die Belastungen endlich abschütteln konnte. So leicht wie jetzt habe ich mich schon sehr lange nicht mehr gefühlt.

Dazu passt das Thema, das ich für die Challenge ausgewählt habe, doppelt gut: Feenflügel.

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© Pia Christina Prenner 2020